Realschule
Bünde-Mitte
Gemeinsam auf dem Weg - Gemeinsam ans Ziel

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Zum ersten Mal reiste eine Schülergruppe des 9. Jahrgangs unserer Schule im September nach Rshew in Russland, um dort eine Schule zu besuchen, mit der künftig eine lebendige Partnerschaft gepflegt werden soll.

Am 16.09. 2017 ging es in Begleitung von Frau Tralle und Herrn Neugart los Richtung Osten.
Hier die Reiseberichte:

Samstag, Reisetag, 16.09.2017unterwegs

Um 7.55 ging die große Reise los. Zum Glück waren alle pünktlich. Wir warteten mit unseren Eltern am Bahnhof und um 8.12 Uhr verabschiedeten wir uns. In Herford mussten wir umsteigen, dann ging es weiter nach Düsseldorf. Die Zugfahrt war sehr unterhaltsam, da Musikanten durch den Zug liefen. Als wir am Bahnhof angekommen waren, fuhren wir mit der Schwebebahn zum Gate, doch leider mussten wir auf Herrn Neugart warten, da er nicht mehr in die Bahn gepasst hatte und den nächsten Zug nehmen musste. Nach dem Check in und den Sicherheitskontrollen ging es in die Luft. Wir waren sehr aufgeregt, aber wir genossen den Flug. Nachdem  wir in Moskau gelandet waren, mussten wir wieder durch die Passkontrolle und wurden unter die Lupe genommen. Vor dem Flughafen wurden wir herzlich von Natalja Rosinskaja, Deutschlehrerin und Organisatorin des Austausches, in Empfang genommen. Mit einem Kleinbus fuhren wir weiter nach Rshew. Im Bus gab es ordentliche russische Verpflegung und wir hatten viel Spaß. Die Zeit verging wie im Flug. An der Schule in Rshew wurden wir von den Gastfamilien freundlich empfangen. Da ging ein aufregender und wundervoller Tag zu Ende. (Pia Saurer)

 Sonntag, erster Tag, 17.09.2017

Heute war unser erster offizieller Tag in Rshew, Russland. Zuerst wurden wir von Natalja Rosinskaja in der Aula der Schule in Empfang genommen. Zum Auftakt gab es eine Präsentation des diesjährigen deutsch-russischen Jugendcamps mit Theatervorführung. In der anschließenden  Vorstellungsrunde haben wir ein Spiel gespielt, in dem man sich die Namen der Teilnehmer merken und wiederholen musste. Dann haben wir unsere  Austauschpartner interviewt und haben uns dann gegenseitig vor der Gruppe vorgestellt. Dabei gab es keine Verständigungsschwierigkeiten, wir haben auf Deutsch und einige von uns auf Russsich und auch auf Englisch kommuniziert.

Deutschunterricht 3Teestunde

Anschließend gab es die traditionelle russische Teestunde mit von den Eltern gebackenen Pfannkuchen. Wir haben uns viel unterhalten und uns gegenseitig fotografiert. Anschließend hatten wir eine von den Schülern gestaltete Stadtführung, die uns zu den wichtigsten Denkmälern der Stadt führte. Am Ende der Führung konnten wir einen wunderschönen Blick auf die Wolga genießen.
Ein besonderes Erlebnis war das anschließende Pizzaessen im Regen im Park. Geschmeckt hat es trotzdem! Am Ende des Tages haben wir uns noch ein wenig sportlich betätigt: Die Mädchen spielten Volleyball und die Jungen Fußball. Anschließend aßen wir gemeinsam in der Schule zu Abend. Die Eltern haben ein Picknick mit Würstchen, Schaschlik, Gemüse, Kartoffeln und Obst gezaubert. Zum Nachtisch gab es Wassermelone. Nach dem Essen spielten wir noch ein wenig in der Turnhalle, bevor es dann mit den Gastschülern nach Hause ging. (Ellen Mehle)

 Montag, 18.09.20175. Klasse

Am Morgen trafen wir uns in der Aula, wo man uns das Tagesprogramm erklärte. In der ersten Stunde waren wir mit Frau Rosinskaja in einer 6. Klasse im Deutschunterricht. In dieser Jahrgangsstufe sehen viele sehr viel jünger aus. Ich habe nicht erwartet, dass sie so gut Deutsch sprechen.
Anschließend besuchten wir noch mehrere Deutsch- und Englischstunden. In der 5. Stunde hatten wir einen Empfang bei der Schulleiterin, Frau Tschalenko. Es gab Tee und viel zu Naschen.
Das Mittagessen nahmen wir in der Kantine ein. Es hat allen gut geschmeckt.


AutogrammstundeDeutschunterrichtDeutschunterricht 2

Soldatenfriedhof 2Anschließend fuhren wir mit einem Bus zum Friedenspark. Dort befinden sich der russische und der deutsche Soldatenfriedhof. Auf dem russischen Friedhof liegen 17.000 Soldaten. Auf dem deutschen Friedhof liegen 38.000 Soldaten. Alle kamen bei der großen Schlacht um Rshew in den Jahren 1941-43 ums Leben. Wir legten rote Nelken zum Gedenken an den Denkmälern nieder. Dort wurde 17 Monate lang gekämpft. Auf russischer Seite gibt es 43 Massengräber. In jedem dieser Gräber liegen ungefähr 2000 Soldaten. Die Sowjetunion verlor 1,3 Millionen Soldaten, die Vermissten nicht mitgerechnet. Auf deutscher Seite verloren 800.000 Soldaten ihr Leben. Hinzu kommen die Zivilisten, die ums Leben kamen.
In der Schule haben wir dann unsere Eindrücke verarbeitet. Wir haben ein Standbild gebaut, das Deutschland und Russland verbindet, das aber gleichzeitig auch an die vergangenen Ereignisse erinnern und mahnen sollte. Da ich ein bisschen russisch verstehe und mit Hilfe des Goggle-Übersetzers, war die Verständigung dabei kein Problem. Meine Gruppe hatte ein Standbild namens „Tor des Friedens“ .

Vor dem Friedenspark
Anschließend waren wir Bowlen. Mir hat es Spaß gemacht, aber ich war schlecht. Danach waren wir im Kino. Dort standen Spielgeräte. Wir haben Air Hockey gespielt und sind Auto gefahren. Der Tag war sehr schön. (Alexander Gaubatz)

Dienstag, 19.09.2017

Nachdem wir am Morgen entweder eine Mathe- oder eine Deutschstunde besucht haben, sind wir in die Deutschschtunde der elften Klasse gegangen. Dort haben die vier Schüler der Klasse uns Präsentationen über ihre Sommerferien vorgetragen. Dananach sind wir ins Informationszentrum( der Computerraum) der Schule gegangen und konnten dort an unseren eigenen Berichten arbeiten. Nach dem Mittagessen sind wir in das militärhistorische Museum zum Thema „Die Ereignisse des zweiten Weltkrieges“ gefahren. Dort haben wir eine Führung durch die Leiterin des Museums erhalten. Die Führung war auf Russisch. Natalja hat ins Deutsche übersetzt.
Die Ausstellung zeigte die Ereignisse in Rshew vom Oktober 1941 – März 1943. Die Ereignisse werden aus der Sicht sowohl der deutschen als auch der russischen Seite dargestellt. Wir konnten die Ausrüstungen sowohl der roten Armee als auch der Wehrmacht sehen. Besonders beeindruckt hat uns ein deutsches Fahrzeug mit drei Rädern, das völlig ausgebrannt und zerstört in der Mitte des Raumes liegt. Informationstafeln informieren mit eindrucksvollen Fotos und Texten über den Ablauf der Kriegsereignisse. Wir erfuhren auch, dass die Jugendlichen in unserem Alter damals zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt wurden. Nach dem Krieg war die Stadt Rshew komplett zerstört. Kein Haus stand mehr. Viele Menschen hausten in Erdhöhlen. Die letzten dieser Erdhäuser waren bis 1950 bewohnt. Ein großes Diorama zeigt einen der letzten Kampftage in RShew besonders eindrucksvoll.(Celina Harder und Jonas Jungmann)

Mittwoch, 20.9.2017

Wir trafen uns alle wieder um 7.45 in der Aula der Schule um die Fragen für den Besuch der Veteranen vorzubereiten und um andere Sachen zu besprechen. Um 9.50 haben wir dann die Englischstunde der 8a besucht und uns über Sport unterhalten. Danach war eigentlich das Treffen mit den Veteranen vorgesehen, doch sie kamen nicht. Also dachten wir uns, gehen wir doch in die Stadt!

Als wir dann um 13.30 Uhr wieder in der Schule ankamen, sagte uns die Lehrerin, dass die Veteranen da seien. Sie waren eine Stunde später gekommen. Nach dem Mittagessen haben wir sie dann interviewt. Diese Zeitzeugen des Krieges haben uns über ihre Erlebnisse berichtet. Es war sehr spannend und echt krass, was sie miterleben mussten.

Englischsstunde in Klasse 2Veteranen

Danach wurde uns die Kadettgruppe vorgestellt. Das ist eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die sich darauf vorbereitet, bei öffentlichen Paraden mit dem Militär mitzumarschieren. Wir durften selber ein Gewehr auseinanderbauen und wieder zusammensetzen.

KAdettgruppeKAdettII

Am Nachmittag haben wir Tee getrunken und wenn man wollte, konnte man einen russischen Volkstanz erlernen. Es war zwar kompliziert und schnell, aber trotzdem witzig. Am Abend sind wir dann nach Hause gegangen und einige haben sich für einen Spaziergang wiedergetroffen.
(Kim Vortriede und Elenya Trenado)