RSBM ist "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

SoR Logo
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde auf dem Schulhof wurde es
am 12. Mai 2015 "amtlich": Unsere Schule trÀgt seitdem den Titel
"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"!
 

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR-SmC) ist ein Projekt des Vereins Aktion Courage e.V und wurde in Deutschland 1995 unter dem Namen  „Schule ohne Rassismus“ ins Leben gerufen.
2001 wurde der Name des Projektes in Deutschland um die zweite Zeile „Schule mit Courage“ erweitert und das aktuelle Logo eingefĂŒhrt. Das Projekt bietet Jugendlichen die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Es ist das grĂ¶ĂŸte Schulnetzwerk in Deutschland und ihm gehören mittlerweile ĂŒber 1500 Schulen an (Stand: Juni 2014).
Die Realschule BĂŒnde-Mitte gehört dazu!

Music meets History - TeachRock in Jg. 9

Juni 2018

Im Rahmen unseres Projekts „Schule ohne Rassismus“ beschĂ€ftigen sich SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Klasse 9a derzeit musikalisch mit dem Thema „Apartheid“.
Im Englischunterricht wurden dabei Teile des Unterrichtsprojekts TeachRock von Steven Van Zandt (auch bekannt als Little Steven, u.a. Gitarrist in Springsteens E-Street Band) genutzt.

Teachrock 4
Das TeachRock-Projekt wurde 2013 von den Musikern Steven Van Zandt, Bruce Springsteen, Bono (U2), Jackson Browne und dem Regisseur Martin Scorsese gegrĂŒndet und bietet Lehrern und SchĂŒlern kostenlos reichhaltige multimediale Lehrmaterialien. Die UnterrichtsplĂ€ne bei teachrock.org helfen Lehrern, die Geschichte der Popmusik mit dem Unterricht in den verschiedenen FĂ€chern zu verbinden, von Sozialkunde und Sprachwissenschaft bis hin zu Geographie, Geschichte, Medienwissenschaften und allgemeiner Musik.



Teachrock 6Teachrock 5Die 9a begann mit einer Zeitreise: Ein Musikvideo aus den 80ern (Artists united against Apartheid – Sun City) bot den Einstieg. Was hatte die hochkarĂ€tigen KĂŒnstler („das ist, als wĂ€re heute Ed Sheeran dabei“) damals dazu bewogen, einen Protestsong gegen "Sun City", einen Freizeitkomplex in SĂŒdafrika zu schreiben?
Anhand weiterer Interviews mit dem damaligen Hotelchef und Mitarbeitern als auch dem KĂŒnstler und Initiator des Protestsongs, Steven van Zandt, erschlossen sich die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zunĂ€chst die Geschichte Sun Citys im Homeland Bophuthatswana.
Fotos erweiterten die EindrĂŒcke darĂŒber, wie sich das Leben in SĂŒdafrika wĂ€hrend des Apartheid-Regimes in den 80er Jahren - vor allem fĂŒr die farbige Bevölkerungsmehrheit - gestaltete. In den nĂ€chsten Stunden werden die SchĂŒler sich weiterhin der bewegten Vergangenheit SĂŒdafrikas widmen – und vielleicht behĂ€lt der ein oder andere dabei einen 30 Jahre alten Ohrwurm im Kopf...

Teachrock 2Teachrock 1Teachrock 3

Diskriminierung erkennen - Lösungen entwickeln!

Diskriminierungsprojekt 1

Schuljahr 2017/18 - mehrere Klassen

Diskriminierung erkennen ist fĂŒr Jugendliche nicht immer leicht! Jeder dritte Mensch in Deutschland erlebt Diskriminierung. Die Erfahrungen können unterschiedlichste Ursachen haben und sind in allen Gesellschaftsschichten zu finden. HĂ€ufige DiskriminierungsanlĂ€sse sind Geschlecht, Religion, ethnische Herkunft, körperliche Behinderung und sexuelle Orientierung.
Lösungen entwickeln soll die kreative Antwort auf Diskriminierung sein!
Das Projekt "Diskriminierung erkennen + Lösungen entwickeln: Forumtheater fĂŒr Jugendliche" ist eine Initiative der Fachdienste fĂŒr Migration und Integration der AWO mit dem Ziel, Jugendliche fĂŒr das Thema Diskriminierung zu sensibilisieren, Diskriminierungssituationen aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar zu machen, um zur Selbstreflexion anzuregen und schließlich eigenverantwortlich Handlungsalternativen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Selbstbestimmung und Zivilcourage leiten sich daraus als langfristige Ziele ab - Ziele, die sich die RSBM als "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" auf die Fahnen geschrieben hat!

Diskriminierungsprojekt 3Diskriminierungsprojekt 4Diskriminierungsprojekt 5
Das Forumtheater fĂŒr Jugendliche ist als theaterpĂ€dagogische Methode das zentrale Element des Projekts - und war in der vergangenen Woche erneut zu Gast in unserer Schule, um die SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern des 6. Jahrgangs an das Thema Diskriminierung heranzufĂŒhren und anhand modelhafter Szenen Lösungswege zu erarbeiten und zu evaluieren.

Diskriminierungsprojekt 6Diskriminierungsprojekt 9Diskriminierungsprojekt 12

10er-Klassen besuchen GedenkstÀtte Bergen-Belsen

Bergen Belsen 8

MĂ€rz 2017

Bergen-Belsen ist seit 1945 ein internationaler Erinnerungsort
fĂŒr die mehr als 70.000 Menschen,
die hier zwischen 1941 und 1945 ums Leben kamen.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges richtete die Wehrmacht in Baracken am Rande des TruppenĂŒbungsplatzes Bergen zunĂ€chst ein Lager fĂŒr belgische und französische Kriegsgefangene ein. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurden bis zum Herbst 1941 mehr als 21 000 Gefangene aus der Sowjetunion eingeliefert. Allein im Zeitraum von Juli 1941 bis April 1942 starben 14 000 sowjetische Kriegsgefangene vor allem an Hunger, Seuchen und KĂ€lte.
Im April 1943 ĂŒbernahm die SS das Lager und entschied im FrĂŒhjahr 1944, das LagergelĂ€nde auch fĂŒr andere Zwecke und weitere HĂ€ftlingsgruppen zu nutzen. In der Folge Ă€nderten sich der Charakter des Lagers, die Struktur der HĂ€ftlingsgesellschaft und vor allem die Lebensbedingungen der HĂ€ftlinge dramatisch.
Bei der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen am 15. April 1945 fanden britische Soldaten Tausende unbestattete Leichen und Zehntausende todkranke Menschen vor.


Bergen Belsen 9Bergen Belsen 1Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Klassen 10a und 10b besuchten die GedenkstĂ€tte Anfang MĂ€rz, die Klassen 10c und 10d werden Ende MĂ€rz dort auf Spurensuche gehen. Die Reise in die Geschichte des Lagers beginnt an dem Punkt, an dem fĂŒr die HĂ€ftlinge das Leiden begann: an der Eisenbahnrampe, an der die HĂ€ftlingszĂŒge ankamen. Ein dort aufgestellter Eisenbahnwaggon erinnert an die HĂ€ftlingstransporte. Im Inneren des Waggons ist durch eingezeichnete Quadrate plastisch dargestellt, wieviel Raum jedem HĂ€ftling fĂŒr die teilweise 2-3 Tage dauernde Fahrt gestattet wurde. FĂŒr einen Moment lang konnten die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Schulter an Schulter in dem ihnen zugewiesenem Raum stehen - aber 2-3 Tage in dieser Enge, ohne Licht, ohne hygienische Versorgung, ohne Sitzgelegenheit oder die Möglichkeit, die Beine auszustrecken und zu schlafen...??

Bergen Belsen 10Bergen Belsen 4Der Ort des frĂŒheren Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen ist heute ein Friedhof. Die Toten des Konzentrationslagers wurden nach der Befreiung des Lagers auf dem LagergelĂ€nde in insgesamt 13 MassengrĂ€bern mit 500 bis 5000 Toten bestattet und die Baracken aufgrund der Seuchengefahr komplett nierdergebrannt, so dass von der ursprĂŒnglichen Gestalt des Lagers so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Das Areal wurde neu bepflanzt und aufgeforstet, Mahnmale und Gedenksteine erinnern an das Leiden und Sterben der Inhaftierten und sollen ihnen eine letzte friedliche Ruhe gewĂ€hren.

Unter den Ermordeten befindet sich auch die durch ihr Tagebuch weltbekannt gewordene Anne Frank. Im Alter von nur 16 Jahren starb sie 1945 im Lager Bergen-Belsen. Ein Gedenkstein erinnert an sie und ihre Schwester Margot, die ebenfalls hier ums Leben gekommen ist.

Bergen Belsen 5Bergen Belsen 6Bergen Belsen 3Im Oktober 2007 wurde das Dokumentationszentrum der GedenkstĂ€tte Bergen-Belsen eröffnet. Dort werden alle Dokumente, Fotos, Filme und GegenstĂ€nde zur Geschichte des Ortes verwahrt, die von der GedenkstĂ€tte bisher gesammelt wurden. Hier kann man Überlebenden in zahlreichen Tondokumenten zuhören oder auch die erschĂŒtternden Aufnahmen der britischen Armee ansehen, die diese bei der Befreiung des Lagers gedreht haben.

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Die GedenkstÀtte ist tÀglich geöffnet.

Öffnungszeiten von Ausstellung und Dokumentationszentrum:
Oktober - MĂ€rz: 10 bis 17 Uhr
April - September: 10 bis 18 Uhr

Der Besuch ist kostenlos.

"Arzt hĂ€tt' ich nicht werden dĂŒrfen"

Februar 2017

Die Verhörprotokolle des Adolf Eichmann

Im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gastierten die Hannoverschen Kammerspiele mit einer szenischen Lesung der Eichmann-Protokolle in unserer Schule. Sichtlich gebannt verfolgten die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des 10. Jahrgangs die Vorstellung der Schauspieler Harald Schandry und Bernd Surholt in den Rollen des Nazi-Verbrechers Adolf Eichmann und des deutsch-jĂŒdischen Verhör-Polizisten Avner Less.

Eichmann 1Eichmann 4Adolf Eichmann (1906-1962) ist der Inbegriff des SchreibtischtÀters:
SS-ObersturmbannfĂŒhrer und zentrale Figur bei der Organisation der Judenvernichtung,
1960 nach Israel entfĂŒhrt und dort zwei Jahre spĂ€ter hingerichtet.

275 Stunden Verhör und mehr als 3000 Seiten Protokoll fassten Schandry und Surholz zu einer 45 minĂŒtigen beeindruckenden Inszinierung zusammen und verdeutlichten die Rechtfertigungen eines Mannes, der jegliche Verantwortung von sich wies – Prototyp einer UntertanenmentalitĂ€t, die mit dem Dritten Reich keineswegs ausgestorben ist:

„Das sind keine persönlichen Entscheidungen gewesen. WĂ€re ich nicht dort gewesen, irgendjemand anderer hĂ€tte genau dieselben Entscheidungen treffen mĂŒssen, auf Grund der vorliegenden Weisungen, Verordnungen und Befehle ...“
Seinem GegenĂŒber erklĂ€rte Eichmann: „Arzt hĂ€tt‘ ich nicht werden dĂŒrfen“, denn er könne kein Blut sehen und den Anblick der Leichenberge hĂ€tte er nicht ertragen. Dagegen tat er sich bei der effizienten Abwicklung der Deportationen in die Vernichtungslager oder der Ausbeutung jĂŒdischer Familien mit besonderem Ehrgeiz hervor.
Die Inszinierung kommt ohne BĂŒhnenbild und Requisiten aus: ein Tisch, zwei StĂŒhle – sonst nichts. Das ungeheuerliche Textmaterial spricht vollkommen fĂŒr sich und enthĂŒllt auf verstörende Weise die Gedankenwelt des TĂ€ters!

Eichmann 6Eichmann 8Eichmann 10