Unterrichtsentwicklung an der RSBM

Allgemeine Ziele

Den Unterricht so zu gestalten, dass SchĂŒlerinnen und SchĂŒler individualisierter lernen, ist das zentrale Ziel der Unterrichtsentwicklung an der Schule.

Dieses Ziel leitet sich aus der Lern- und Unterrichtsforschung ab und bedeutet im Einzelnen:

  • Lernen ist ein konstruktivistischer Vorgang, d. h. jeder SchĂŒler, jede SchĂŒlerin hat einen individuellen Zugang zum Lerngegenstand, „konstruiert“ also Wissen individuell und lernt damit anders (der „NĂŒrnberger Trichter“ als Modell fĂŒr Lernen hat noch nie funktioniert).

  • Individualisiertes Lernen ist selbststĂ€ndiges, selbstverantwortliches Lernen.

  • Individualisiertes Lernen ist die Grundlage fĂŒr individuelle Förderung.

  • Ein so gestaltete Unterricht erfordert eine RollenverĂ€nderung der Lehrenden: sie sind stĂ€rker als Moderatoren der Lernprozesse und weniger als Wissensvermittler gefordert.

 

Stand der bisherigen Entwicklung

Die RSBM hat am Schulentwicklungsprojekt „Schule& Co:“ im Kreis Herford teilgenommen.schuleco

Die Kerngedanken dieses Projekts (das so genannte „Klippert-Modell“) wurden in der Schule umgesetzt:

  • Systematische Schulung der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, so dass selbststĂ€ndig und eigenverantwortlich gelernt werden kann. Dazu ist der Aufbau folgender Kompetenzen notwendig: „Methodenkompetenz“ (z. B. „Markieren und Strukturieren“), um sich Wissen anzueignen, „Kommunikationskompetenz“ (z. B. „PrĂ€sentationstechniken“), um in der Gruppe die notwendigen Techniken der Kommunikation zielfĂŒhrend einsetzen zu können und „Teamentwicklung“ (z. B. die Erarbeitung von Gruppenregeln), um im Team konstruktiv arbeiten zu können.

  • Die Schulung erfolgt im Rahmen von so genannten „Methodentagen“ oder im dafĂŒr festgelegten Fachunterricht.

  • Die Unterrichtsgestaltung wird im Sinne selbstgesteuerten/individualisierten Lernens weiter entwickelt („SEGEL“- Konzept). Dazu gehören auch eine Weiterentwicklung der Aufgabenkultur auf der Basis der Bloomschen Taxonomie und der Einsatz „Kooperativer Lernmethoden“.

  • Selbstgesteuertes Lernen in diesem Sinne braucht Zeit, so dass vermehrt im 90-Min.-Raster unterrichtet wird.

  • Der Unterrichtsentwicklungsprozess umfasst die ganze Schule und wird wesentlich von der „Steuergruppe“ begleitet.

 

Weitere Entwicklungsschritte

Individualisiertes, selbstgesteuertes Lernen muss auch nachhaltiges Lernen sein, so dass fachliche Kompetenzen ĂŒber die Schule hinaus zur VerfĂŒgung stehen. Dazu bedarf es zusĂ€tzlich eines fĂ€cherbezogenen Konzepts des systematischen Übens und Wiederholens („intelligentes Üben“) und systematischer metakognitiver Kommunikation der LehrkrĂ€fte mit den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern. Dazu gehört im Einzelnen:

  • die Vermittlung von „Sinn“ bei der PrĂ€sentation von Unterrichtsinhalten und methodischen Vorgehensweisen (H. Meyer: „Sinnkonferenz“),

  • der Aufbau einer Feedback-Kultur, um wechselseitig den Blick zu schĂ€rfen fĂŒr das, was im Unterricht passiert ist und die dadurch gewonnenen Chancen zu nutzen ggf. Verhaltensweisen im Unterricht zu verĂ€ndern (SchĂŒlerperspektive) oder Lernprozesse zu verĂ€ndern (Lehrerperspektive).

Siehe auch:

Grundprinzip kooperativen Lernens

Beispielaufgaben auf der Basis der Bloomschen Taxonomie